<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Susanne Elsen &#8211; Friedensblog</title>
	<atom:link href="https://www.friedensblog.net/author/susanne-elsen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.friedensblog.net</link>
	<description>Südtirol</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Aug 2026 09:36:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.4</generator>

<image>
	<url>https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2025/07/cropped-friedensblog-icon-1-150x150.png</url>
	<title>Susanne Elsen &#8211; Friedensblog</title>
	<link>https://www.friedensblog.net</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Kriegsdienstverweigerung: ein gutes Recht wird wahrgenommen</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/08/04/kriegsdienstverweigerung-ein-gutes-recht-wird-wahrgenommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 09:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=1061</guid>

					<description><![CDATA[Im Jahr 2011wurde in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt. Zum 1. Januar 2026 ist „aufgrund der angespannten Sicherheitslage“ ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft getreten. Damit sollen Freiwillige für den Ausbau der Bundeswehr rekrutiert werden. Sie soll von zuletzt 186.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 260.000 wachsen. Gelingt der Ausbau auf Basis der Freiwilligkeit nicht,<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/08/04/kriegsdienstverweigerung-ein-gutes-recht-wird-wahrgenommen/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2011wurde in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt. Zum 1. Januar 2026 ist „aufgrund der angespannten Sicherheitslage“ ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft getreten. Damit sollen Freiwillige für den Ausbau der Bundeswehr rekrutiert werden. Sie soll von zuletzt 186.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 260.000 wachsen. Gelingt der Ausbau auf Basis der Freiwilligkeit nicht, behalten sich insbesondere die Unionsparteien die Einführung einer Bedarfswehrpflicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der neue Wehrdienst also vorerst auf Freiwilligkeit beruht, ist die Zahl der Kriegsdienstverweigerer zuletzt in Deutschland in diesem Jahr stark angestiegen. <strong>Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung hat im ersten Halbjahr 2026 bereits den Vorjahreswert übertroffen. </strong>Bis zum 30. Juni dieses Jahres seien bereits 5.862 Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) eingegangen, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 gab es laut dem Bundesamt 3.879 Anträge, 2024 waren es 2.249.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland ein Grundrecht. Es leitet sich aus der&nbsp;<strong>Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit</strong>&nbsp;ab, die in Artikel 4 des Grundgesetzes festgelegt ist. Dort heißt es im dritten Absatz: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewissensfreiheit macht das Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu einer Menschenrechtsfrage: Sowohl die 1948 von den Vereinten Nationen beschlossene Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) als auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966 sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) erkennen ein Recht auf Glaubens-, Gedankens- und Gewissensfreiheit an. Daraus wird zunehmend ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung abgeleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der&nbsp;Europäische Gerichtshof für Menschenrechte,&nbsp;der die EMRK auslegt, hatte erstmals 2011 festgestellt,&nbsp;dass Wehrdienstverweigerer in den Schutzbereich der Glaubens-, Gedankens- und Gewissensfreiheit (Artikel 9) fallen können, insbesondere dann, wenn ein Staat keine zivilen Ersatzdienste ermöglicht. Dabei verweist der Gerichtshof auch auf die Entwicklung der Rechtsprechung und die Einschätzung des&nbsp;Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen&nbsp;von 1993, dass aus Artikel 18 der AEMR ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen abgeleitet werden könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem sieht auch die&nbsp;Grundrechte-Charta der Europäischen Union&nbsp;in ihrem Artikel 10 die Anerkennung eines „Rechts auf Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ durch die Mitgliedstaaten vor. In den meisten EU-Mitgliedstaaten gibt es entsprechende Gesetze.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kinderwünsche</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/07/28/kinderwuensche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 13:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=1049</guid>

					<description><![CDATA[Ich war heute unterwegs auf dem Mönchsweg der von Bremen nach Fehmarn führt und dabei Orte der christlichen Missionierung des Nordens im 11.Jahrhundert besucht. Die Feldsteinkirche von Stellau stammt aus dem Jahr 1201 und liegt eingebettet in eine zauberhafte Landschaft, einen alten Friedhof und ein wunderschönes Widum mit massivem Reetdach. Kinder haben in der Kirche<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/07/28/kinderwuensche/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich war heute unterwegs auf dem Mönchsweg der von Bremen nach Fehmarn führt und dabei Orte der christlichen Missionierung des Nordens im 11.Jahrhundert besucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feldsteinkirche von Stellau stammt aus dem Jahr 1201 und liegt eingebettet in eine zauberhafte Landschaft, einen alten Friedhof und ein wunderschönes Widum mit massivem Reetdach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder haben in der Kirche ihre Wünsche auf Dachschindeln geschrieben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Feldsteinkirche_1500-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1051" srcset="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Feldsteinkirche_1500-1024x768.jpg 1024w, https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Feldsteinkirche_1500-300x225.jpg 300w, https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Feldsteinkirche_1500-768x576.jpg 768w, https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Feldsteinkirche_1500.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ziviler Ungehorsam und gewaltloser Widerstand – Folge 3</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/07/14/ziviler-ungehorsam-und-gewaltloser-widerstand-folge-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 19:04:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=1025</guid>

					<description><![CDATA[Die Befehlsverweigerung deutscher Matrosen – die Revolution von 1918 Die folgende Geschichte findet sich kaum in einem deutschen Schulbuch. Sie gehört zum Bereich des Gegenwissens, welches gerne aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht wird. Die Befehlsverweigerung einfacher Matrosen der deutschen Kriegsmarine und die Solidarisierung von Werft- und Hafenarbeitern sowie Soldaten mit den Meuterern war der entscheidende<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/07/14/ziviler-ungehorsam-und-gewaltloser-widerstand-folge-3/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Befehlsverweigerung deutscher Matrosen – die Revolution von 1918</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die folgende Geschichte findet sich kaum in einem deutschen Schulbuch. Sie gehört zum Bereich des Gegenwissens, welches gerne aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Befehlsverweigerung einfacher Matrosen der deutschen Kriegsmarine und die Solidarisierung von Werft- und Hafenarbeitern sowie Soldaten mit den Meuterern war der entscheidende Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und das Ende des 1. Weltkriegs und der Monarchie in Deutschland einläutete. Die Geschichte zeigt nicht nur die Kraft der Verweigerung von Gehorsam aus guten Gründen, sondern auch die Wirkungen des kollektiven Widerstandes gegen falsche Entscheidungen der Machthabenden. Auch der Schneeballeffekt, den soziale Bewegungen auslösen können, zeigt sich an diesem Beispiel.&nbsp; Weiter über den Link:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Befehlsverweigerung-der-Marine.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Befehlsverweigerung-der-Marine.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ziviler Ungehorsam und gewaltloser Widerstand</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/07/13/ziviler-ungehorsam-und-gewaltloser-widerstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 08:04:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=1019</guid>

					<description><![CDATA[Folge 2: Zur Lage afghanischer Frauen und zum zivilen Ungehorsam unter Bedingungen der Entrechtung Ziviler Ungehorsam muslimischer Frauen in Afghanistan ist lebensgefährlich, da er gegen die drakonische Politik und Rechtsprechung und die institutionalisierte Gewalt der Regierung gerichtet ist, welche unter dem Druck gesellschaftlicher Veränderungen mit verschärfter Kontrolle und Gewalt reagiert. Seit der Regierungsübernahme der Taliban<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/07/13/ziviler-ungehorsam-und-gewaltloser-widerstand/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Folge 2: Zur Lage afghanischer Frauen und zum zivilen Ungehorsam unter Bedingungen der Entrechtung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ziviler Ungehorsam muslimischer Frauen in Afghanistan ist lebensgefährlich, da er gegen die drakonische Politik und Rechtsprechung und die institutionalisierte Gewalt der Regierung gerichtet ist, welche unter dem Druck gesellschaftlicher Veränderungen mit verschärfter Kontrolle und Gewalt reagiert. Seit der Regierungsübernahme der Taliban in Afghanistan 2021 wurden schrittweise die Rechte von Frauen weiter beschnitten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechtlosigkeit von Frauen ist ein zentrales politisches Ziel und Instrument zur Machterhaltung, gesellschaftlichen Kontrolle und ideologischen Durchsetzung der Theokratie. 50% der Bevölkerung wird vollständig aus dem öffentlichen Leben verbannt und im privaten Leben kontrolliert, um die patriarchale Ordnung der Taliban zu sichern. Frauen werden durch zahlreiche Mechanismen und Akteure daran gehindert, Widerstand zu leisten. Sie dürfen das Haus nur in Begleitung eines männlichen Verwandten verlassen und werden dadurch zu Gefangenen in ihrem eigenen Zuhause. Die andere Hälfte der Bevölkerung, die männliche, erhält formal verbrieft die Macht über die Frauen und wird so zum willfährigen Instrument der Stabilisierung des Systems. Die Taliban legitimieren ihre theokratische Herrschaft durch eine strenge Auslegung des Islam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Frauen und Mädchen ist die Lage dramatisch. In nur wenigen Monaten nach ihrer Machtübernahme höhlten die Taliban mit unvergleichlicher Härte ihr Recht auf Selbstbestimmung weiter aus. Human Rights Watch spricht von Menschenrechtsver-letzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Frauen werden systematisch unhörbar und unsichtbar gemacht. Die Taliban haben afghanischen Frauen durch die im August 2024 erlassenen Gesetze zur „Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters“ verboten, ihre Stimmen in der Öffentlichkeit zu erheben. Sie dürfen kaum noch das Haus verlassen und ihre Bewegungsfreiheit wurde massiv eingeschränkt. Sie sind per Dekret verpflichtet, in Gegenwart fremder Männer zu schweigen, und dürfen nicht singen oder laut beten. Frauen müssen laut Gesetz ihr Gesicht und ihren Körper vollständig verhüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bildung von Frauen und Mädchen wird als Gefahr für den Bestand des theokratischen Systems gewertet und wurde gesetzlich verboten. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 ist der Bildungszugang für Frauen und Mädchen in Afghanistan systematisch unterbunden worden. Mädchen dürfen landesweit nur noch bis zur sechsten Klasse die Schule besuchen, und seit Dezember 2022 ist Frauen der Zugang zu Universitäten und weiterführenden Bildungseinrichtungen vollständig untersagt</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen haben nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Wenn der behandelnde Arzt männlich ist und kein männlicher Verwandter anwesend ist, dürfen sie den Arzt nicht aufsuchen. Das führt dazu, dass Frauen oft keine angemessene medizinische Hilfe erhalten und ihre Gesundheit ernsthaft gefährdet wird. Auch die weiblichen Angehörigen männlicher Patienten dürfen diese im Krankenhaus nicht besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban haben im Februar 2026 ein weiteres Strafgesetzbuch für Afghanistan eingeführt, das die Gleichheit auch vor dem Gesetz noch stärker einschränkt, religiöse Minderheiten unterdrückt und Gewalt an Frauen legalisiert. Mit Dekret Nr. 18 haben die&nbsp;Taliban&nbsp;in Afghanistan dann im Mai 2026 auch ein Gesetz erlassen, das Kinderehen rechtlich verankert und Mädchen den Ausweg aus Zwangsehen nahezu unmöglich macht</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß Artikel 15 wird bei Straftaten, für die keine vorgeschriebene Strafe festgelegt ist, eine Strafe im Ermessen verhängt, welche vom Imam bzw. vom »Ehemann« beziehungsweise vom »Herrn« vollstreckt werden kann. Die Bestrafungsmethoden für Frauen, die gegen das neue Tugendgesetz der Taliban verstoßen, sind hart und werden oft willkürlich verhängt. Sie werden nach Ermessen und basierend auf den Vorstellungen der Scharia verhängt, was Frauen oft jegliche Möglichkeit zur Verteidigung nimmt. Verstöße gegen die Tugendgesetze werden sofort geahndet, ohne dass eine Untersuchung oder ein Gerichtsverfahren stattfindet.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Isoliert und weggesperrt in den eigenen Wänden, unter verschärften Kontrollen durch den Einsatz von Sittenwächtern gibt es kaum Möglichkeiten für Frauen sich zusammenzuschließen und für ihre Rechte zu kämpfen. Frauen in Afghanistan riskieren bei Demonstrationen ihr Leben für Grundrechte wie Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit. Die Taliban unterdrücken diese Proteste meist brutal mit Waffengewalt. Aufgrund der extremen Repressionen finden viele Aktionen heute nur noch im Untergrund statt oder formieren sich im Ausland. Untergrundnetzwerke afghanischer Aktivistinnen nutzen soziale Medien um das Vorgehen der Taliban, wie Razzien und Misshandlungen durch die Moralpolizei zu dokumentieren und an die Weltöffentlichkeit zu tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch gibt es heldenhafte Aktionen von Frauen und Männern in Afghanistan. Als Reaktion auf die Verhaftung von mindestens 30 Frauen wegen Verstoßes gegen Kleidungsvorschriften kam es im Juni 2026 in Herat zu offenen Protesten. Hunderte Frauen und auch Männer widersetzten sich dem Versammlungsverbot und forderten lautstark <em>„Arbeit, Bildung und Freiheit“</em>. Das Regime antwortete mit Schusswaffen. Dabei wurden mindestens eine Person getötet und viele verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziviler Ungehorsam äußert sich auch in Untergrundbildung. Da Frauen und Mädchen der Zugang zu Schulen und Universitäten verwehrt wird, trotzen viele Familien und Lehrkräfte dem Verbot durch geheime Unterrichtszirkel in privaten Räumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Symbolfigur des gewaltlosen Widerstandes gegen die Willkürherrschaft der Taliban ist die 1997 geborene <strong>Malala Yousafzai</strong>, die bereits im Alter von elf Jahren für die Rechte von Mädchen auf Bildung eintrat und sich gegen den Extremismus der Taliban wandte. Ihren Mut hätte sie fast mit dem Leben bezahlt. Als 15-Jährige hatte Malala den Zorn der Taliban auf sich gezogen, weil sie sich in ihrer Heimat offen für das Recht auf Bildung für Mädchen engagierte. Deshalb stürmten Taliban-Kämpfer den Schulbus, in dem sie sich befand, und schossen ihr in den Kopf – sie überlebte schwer verletzt. Malala studierte an der Universität von Cambridge Philosophie, Politik und Wirtschaft und ist seit 2017 Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen. Im Jahr 2013 war Malala die jüngste Person, der jemals der Sacharow-Preis verliehen wurde. Im Oktober 2014 erhielt sie als jüngste Preisträgerin den Friedensnobelpreis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Die-Taliban-haben-ein-neues-Strafgesetzbuch-in-Afghanistan-eingefuehrt.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Die-Taliban-haben-ein-neues-Strafgesetzbuch-in-Afghanistan-eingefuehrt.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title></title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/07/08/1013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 18:12:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=1013</guid>

					<description><![CDATA[Figur aus Militärschrott, gesehen in Geisa, Thüringen, auf dem ehemaligen Todesstreifen (Foto: Susanne Elsen) ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Figur aus Militärschrott, gesehen in Geisa, Thüringen, auf dem ehemaligen Todesstreifen (Foto: Susanne Elsen) </strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zivilcourage und gewaltloser Widerstand – Protagonist:innen des zivilen Ungehorsams</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/07/02/zivilcourage-und-gewaltloser-widerstand-protagonistinnen-des-zivilen-ungehorsams/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 12:18:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=999</guid>

					<description><![CDATA[In loser Folge möchte ich auf unserem Friedensblog Vertreterinnen und Vertreter des zivilen Ungehorsams und des gewaltlosen Widerstandes, ihre Strategien, ihr Denken und ihre Wirkungen vorstellen. Angesichts der aktuellen Weltverhältnisse sollten wir uns dieser politischen Kultur und ihrer Protagonist:innen erinnern. Zu ihnen zählen unter vielen anderen Martin Luther King, Rosa Parks, Mohandas Gandhi, Sophie Scholl,<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/07/02/zivilcourage-und-gewaltloser-widerstand-protagonistinnen-des-zivilen-ungehorsams/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In loser Folge möchte ich auf unserem Friedensblog Vertreterinnen und Vertreter des zivilen Ungehorsams und des gewaltlosen Widerstandes, ihre Strategien, ihr Denken und ihre Wirkungen vorstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der aktuellen Weltverhältnisse sollten wir uns dieser politischen Kultur und ihrer Protagonist:innen erinnern. Zu ihnen zählen unter vielen anderen Martin Luther King, Rosa Parks, Mohandas Gandhi, Sophie Scholl, Saul Alinsky, Oscar Romero, Naomi Klein oder Carola Rackete. Wichtig ist, dass diese Akteur:innen des gewaltlosen Widerstandes keine Einzelkämpfer:innen sind, sondern dass sie eine soziale Bewegung derer ausgelöst haben, die von gesellschaftlichen Missständen betroffen waren und sind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung mit diesen mutigen Menschen kann dazu beitragen, uns aus der Schockstarre der vollkommenen Hilflosigkeit angesichts der unsäglichen Entwicklungen unserer Zeit zu befreien. Weiter über den Link:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Gewaltloser-Widerstand-und-ziviler-Ungehorsam.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/07/Gewaltloser-Widerstand-und-ziviler-Ungehorsam.pdf</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Reise nach Warschau</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/05/29/eine-reise-nach-warschau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 14:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=910</guid>

					<description><![CDATA[Meine Mutter erzählte nur wenig über ihre Zeit als frisch examinierte deutsche Krankenschwester in den polnischen Lazaretten von Warschau und Radom. Als junge Frau wurde sie von 1939 – 1942 an die deutsch-polnische Front geschickt, um verwundeten und sterbenden deutschen Soldaten Hilfe zu leisten. Ich kann meiner Mutter leider schon lange keine Fragen mehr stellen.<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/05/29/eine-reise-nach-warschau/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Meine Mutter erzählte nur wenig über ihre Zeit als frisch examinierte deutsche Krankenschwester in den polnischen Lazaretten von Warschau und Radom. Als junge Frau wurde sie von 1939 – 1942 an die deutsch-polnische Front geschickt, um verwundeten und sterbenden deutschen Soldaten Hilfe zu leisten. Ich kann meiner Mutter leider schon lange keine Fragen mehr stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich dieses Jahr eine Enladung nach Warschau erhielt, habe ich sie angenommen vor allem, weil ich mich mit den unvorstellbaren Menschheitsverbrechen an diesem Ort auseinandersetzen und verstehen wollte, wie diese Stadt mit einer solchen Erinnerungslast lebt. Ich habe die neu entstandene Stadt durchwandert, Schauplätze, Museen und Institute besucht, historische Filme gesichtet und Dokumente, Berichte und Briefe gelesen die das Grauen der Jahre von 1939-1944 anschaulich machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erinnerung Teil 1:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">1939 lebten 380.000 Menschen in der größten jüdischen Gemeinschaft Europas. Sie machten 30% der Bevölkerung Warschaus aus. Im November 1940 zwangen die Nationalsozialisten die jüdische Bevölkerung, eine 3-Meter hohe Mauer um das nur 4km2 große Ghetto zu bauen, in dem zu diesem Zeitpunkt durch die Räumung anderer jüdischer Gemeinden in Polen bereits 450.000 Menschen zusammengepfercht waren. Nach dem Bau der Mauer konnten jüdische Menschen nicht mehr ihren bisherigen Arbeiten außerhalb nachgehen und ein Blick von oder nach außen war nicht mehr möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 1942 starben über 80.000 Menschen im Ghetto an Hunger. Lebensmittelkarten billigten ihnen 184 Kalorien zu, während es für Polen 669 und für Deutsche 2631 Kalorien waren. Ab 1942 begann die systematische Vernichtung der Warschauer Juden, die vom so genannten Umschlagplatz in Viehwaggons in die Todeslager von Ausschwitz und Treblinka deportiert wurden. In nur zwei Monaten wurden so 300.000 Menschen in den Tod geschickt. Die Briefe und Dokumente des jüdischen Museums beweisen, dass das wahre Ziel der „Umsetzung der Juden in den Osten“ bekannt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 1942 lebten noch 75.000 jüdische Menschen im Ghetto. Im April 1943 erhob sich die jüdische Kampforganisation ZOP zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten und lieferte sich über einen Monat einen verzweifelten Kampf, wohl wissend, dass er nicht gewonnen werden kann. Knapp 800 Kämpfer stellten sich 2000 deutschen Soldaten entgegen. Mit einigen hundert Pistolen, Gewehren, Messern, Handgranaten und selbst gebauten Molotow-Cocktails gingen die jüdischen Kämpfer ins Gefecht gegen die Truppen, die durch Panzer, Artillerie und Luftwaffe unterstützt wurden. Sie wurden systematisch umgebracht, die Wohnhäuser und die Synagoge wurden gesprengt. Es war Himmlers Geburtstagsgeschenk an Hitler am 19.4. 1943, Warschau am 20.4. „judenfrei“ zu übergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erinnerung Teil 2:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufstand des Warschauer Ghettos wird oft verwechselt mit dem Warschauer Aufstand vom August 1944. Ca. 23.000 Kämpfer der polnischen Heimatarmee, die im Untergrund gegen die deutsche Besetzung aktiv waren, erhoben sich in dem Moment, als die ersten sowjetischen Panzer im Stadtteil Praga auf der anderen Weichselseite sichtbar waren, in der Hoffnung auf Unterstützung. Aber die sowjetischen Truppen intervenierten nicht. Die deutschen Besatzer verstärkten ihre Kämpfe nach dem Befehl von Himmler: „Jeder Einwohner soll getötet, niemand darf gefangen genommen werden. Damit soll ein abschreckendes Beispiel für ganz Europa geschaffen werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 63 Tagen des heftigen Widerstandes kapitulierte die Heimatfront. 200.000 Zivilisten und 15.000 Untergrundkämpfer starben, 280.000 Bewohner wurden vertrieben. Haus für Haus wurde systematisch gesprengt. Anfang 1945 war Warschau zu 90% zerstört und menschenleer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frage:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso intervenierten die sowjetischen Truppen nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1939 unterzeichneten die Außenminister des Deutschen Reiches und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) den geheimen Hitler-Stalin Vertrag, darin hatten sie die Aufteilung Polens vereinbart. Ein heimtückisches Manöver, denn zuvor hatte Deutschland den Polen vertraglich zugesichert, sie nicht anzugreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erinnerung Teil 3</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich an den Kniefall des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt auf den Stufen vor dem Denkmal der Warschauer Helden des Ghetto. Brandt war 1970 auf dem ersten Staatsbesuch in Polen um die deutsch-polnischen Verträge zu unterzeichnen. Die sozial-liberale Regierung verfolgte zu diesem Zeitpunkt eine neue Richtung in der Ostpolitik: Entspannung durch Annäherung. Mit dem&nbsp;<a href="https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/organisationen/nato/nato-warschauer-pakt-100.html">Warschauer Vertrag</a>&nbsp;erkannte die deutsche Regierung die Oder-Neiße-Grenze offiziell an was für Polen von großer Bedeutung war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geste – sagt Willy Brandt später – war spontan, ungeplant und dafür umso intensiver. Das Foto vom Kniefall in Warschau ging um die Welt. Es wird zum Symbol für die Aussöhnung der beiden Staaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frage:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und heute?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Polen scheint sich auf den nächsten Krieg vorzubereiten. Schon jetzt gibt das Land mehr als vier Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für sein Militär aus. Die polnische Berufsarmee, nach den USA und der Türkei aktuell die drittgrößte in der NATO, soll auf rund 300.000 Männer und Frauen anwachsen. Und auch die Zivilgesellschaft wird einbezogen: An den Schulen erhalten Kinder eine &#8222;Sicherheitsausbildung&#8220;. Berufstätige können sich zur Heimatverteidigung verpflichten oder &#8222;Ferien beim Militär&#8220; machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meines Aufenthaltes im Mai 2026 wurde mitgeteilt, dass die U.Bahnschächte als Schutzräume für 200.000 Menschen eingerichtet und die Bunker des Weltkrieges II wieder funktionsfähig gemacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Letzte Frage:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wiederholt sich Geschichte?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was hat Gärtnern mit Frieden zu tun?</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/05/12/was-hat-gaertnern-mit-frieden-zu-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2026 08:04:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=875</guid>

					<description><![CDATA[Vor 20 Jahren schreibt die Soziologin und Protagonistin der neuen Gartenbewegung im deutschsprachigen Raum Dr. Christa Müller: „In Deutschland machen seit einigen Jahren die Interkulturellen Gärten Furore. Sie gelten deshalb als erfolgreiche Integrationsprojekte, weil sie zu Partizipation anregen und Gestaltungsmacht verleihen. Denn nicht nur der Boden muss umgepflügt und neu gestaltet werden, sondern auch die<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/05/12/was-hat-gaertnern-mit-frieden-zu-tun/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vor 20 Jahren schreibt die Soziologin und Protagonistin der neuen Gartenbewegung im deutschsprachigen Raum Dr. Christa Müller: „In Deutschland machen seit einigen Jahren die Interkulturellen Gärten Furore. Sie gelten deshalb als erfolgreiche Integrationsprojekte, weil sie zu Partizipation anregen und Gestaltungsmacht verleihen. Denn nicht nur der Boden muss umgepflügt und neu gestaltet werden, sondern auch die heterogene soziale Gemeinschaft, und darüber hinaus der Stadtteil, in dem der Garten liegt. Diese konzentrische Bewegung von innen nach außen, die an die Zeit- und Raumvorstellungen der urbanen Gärtner/innen anknüpft, ist ein Integrationsprozess im genuinen Sinne, in dem die Akteure ihre Wirklichkeit mit anderen verhandeln und sich das dabei entstehende Neue aneignen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale und psychologische Effekte des Gärtners sind vielfach beschrieben worden. Als Erklärung wird oft die Biophilie-These herangezogen, welche sich auf die angeborene Neigung des Menschen, sich mit der Natur und anderen Lebewesen zu verbinden, bezieht. Die Bewegung städtischer Gemeinschaftsgärten hat sich in den vergangenen Jahren ausgebreitet. In Deutschland existieren heute z.B. mehr als 1000 urbane Gärten, die wesentliche Funktionen für das Zusammenleben in der Stadt und die städtische Ökologie wahrnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben sind sie aber auch Orte der autonomen Lebensmittelproduktion von Stadtbewohner:innen z.B. die Huertas Comunitarias im krisengeschüttelten Buenos Aires, in Kuba ebenso wie in mehreren hundert Community Gardens in New York City oder Toronto. Für städtische Arme ist wohnortnahe Gartenwirtschaft immer schon eine Möglichkeit gewesen, günstig an hochwertige Lebensmittel zu kommen. So sind z.B. die Community Gardens in der kanadischen Stadt Toronto in ein Netzwerk von sozialen Organisationen eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir brauchen gar nicht so weit zu gehen um Gärten mit dieser Funktion zu finden. Die Siedlungsstruktur der Semirurali im Bozener Stadtteil Don Bosco orientierte sich in den 1930er Jahren am Bedürfnis der einwandernden italienischen Menschen mit ländlichen Wurzeln, die eigene Existenz neben der Erwerbsarbeit, die erfahrungsgemäß vielen Unsicherheiten unterliegt, in Form dualwirtschaftlicher Produktivität zu sichern. Der Anbau von eigenen Lebensmitteln in den Hausgärten spielte dabei eine zentrale Rolle. Seit 2010 werden die orti semi rurali als interkulturelle Gärten durch die Organisation Donne Nissà vor allem als interkulturelles Integrationsprojekt insbesondere für und mit Frauen mit Migrationsgeschichte geführt. Auch der Bozener Salewa-Garten hat primär eine sozial integrative Funktion. Er wird von Migranten verschiedener Bozener Aufnahmezentren gemeinsam mit Freiwilligen und Salewa-Mitarbeiter:innen nach Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Produkte werden in der Salewa Küche verwertet oder zweimal wöchentlich auf einem Markt angeboten, dessen Erlös den teilnehmenden Migranten zugutekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zahlreiche innovative Städte und Gemeinden nutzen heute öffentliche Flächen zur Gestaltung „essbarer Städte“, die die Bürger:innen zum Ernten von Obst, Gemüse und Kräutern einladen und damit die Identifikation mit ihrer Stadt fördern wollen. Die kleine Stadt Andernach am Rhein hat diesen Weg auf Initiative des Kämmerers bereits vor 15 Jahren eingeschlagen. In Südtirol ist es Sterzing, welches dieses Konzept übernommen hat und am Eisackdamm einheimische Obstbäume gepflanzt hat, die Bürger:innen zum Ernten einladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir könnten zahlreiche weitere Beispiele nennen, welche die Funktion von Gärtnern und verantwortlicher Landwirtschaft für ein friedvolles Zusammenleben im Gemeinwesen, für Empowerment und die Erfahrung der Selbstwirksamkeit von Menschen belegen, wie das italienische Programm der sozialen Landwirtschaft carcere verde, welches in ca. 50 Vollzugsanstalten Häftlinge in der ökologischen Landwirtschaft qualifiziert und beschäftigt und ihnen damit auch eine Brücke zu ihrem Leben nach der Haftentlassung eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gärten als Symbole neuen Lebens dienen seit vielen Jahren auch der Erinnerung an Krieg und Zerstörung, so die Gärten des Friedens an Schauplätzen des Weltkriegs insbesondere in Frankreich und Belgien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Friedensgärtnerei, ein aktuelles Netzwerk von Gärten unterschiedlichster Art, Größe und Trägerschaft, hat die gemeinsame Vision respekt- und friedvolle Alternativen zum Raubbau von Krieg und Wachstumsgier zu schaffen. Als Friedensgärten fügen sie sich zusammen zu einer stillen Allianz:&nbsp;WIR GEBEN FRIEDEN. Die Idee dahinter: Einen Beitrag für die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu schaffen und immer wieder an den Frieden zu erinnern, der mehr ist als ein Ende des Krieges und ihn in uns selbst und in unseren lokalen Nachbarschaften neu schaffen. Auch in Südtirol haben sich private und öffentliche Gärten dieser Idee angeschlossen (friedensgaerten.net/suedtirol).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pionierinnen der multifunktionalen Biolandwirtschaft</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/04/30/pionierinnen-der-multifunktionalen-biolandwirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 16:45:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=853</guid>

					<description><![CDATA[In der alpinen Biolandwirtschaft im Trentino und in Südtirol verknüpfen Bäuerinnen kleine Höfe mit multifunktionalen Innovationen. So erhalten sie die Betriebe und bereichern zudem ihr Umfeld. Dieser Beitrag stellt Bäuerinnen in der alpinen Biolandwirtschaft im Trentino und in Südtirol vor, welche einen maßgeblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume leisten. Sie verbinden biolandwirtschaftliche Produktion mit<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/04/30/pionierinnen-der-multifunktionalen-biolandwirtschaft/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der alpinen Biolandwirtschaft im Trentino und in Südtirol verknüpfen Bäuerinnen kleine Höfe mit multifunktionalen Innovationen. So erhalten sie die Betriebe und bereichern zudem ihr Umfeld.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Beitrag stellt Bäuerinnen in der alpinen Biolandwirtschaft im Trentino und in Südtirol vor, welche einen maßgeblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume leisten. Sie verbinden biolandwirtschaftliche Produktion mit Produkt- und Vermarktungsinnovation und mit Aktivitäten in den Bereichen Soziales, Bildung, Pflege, Tourismus, Gastronomie und Landschaftsökologie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Link zum ausführlichen Beitrag von Prof. Elsen:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/04/Pionierinnen-der-multifunktionalen-Biolandwirtschaft.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/04/Pionierinnen-der-multifunktionalen-Biolandwirtschaft.pdf</a></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="735" height="416" src="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/04/capre.webp" alt="" class="wp-image-855" srcset="https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/04/capre.webp 735w, https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/04/capre-300x170.webp 300w" sizes="(max-width: 735px) 100vw, 735px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Agitù Ideo Gudeta</strong></figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die erschreckende Analyse einer globalen Krise</title>
		<link>https://www.friedensblog.net/2026/03/26/die-erschreckende-analyse-einer-globalen-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne Elsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 08:04:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.friedensblog.net/?p=765</guid>

					<description><![CDATA[Der ehemalige griechische Wirtschaftsminister Yanis Varoufakis erklärt im Gespräch mit dem US-Journalisten und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges&#160;die Szenarien einer kaskadenförmigen Aufeinanderfolge von weltweiten Problemkonstellationen infolge der multiplen kriegerischen Konflikte, die eine bisher ungekannte Katastrophe erahnen lassen, welche sich langsam in Gang setzt. Es ist keine Analyse im herkömmlichen Sinne, sondern das Ende der Illusion, dass alles<div class="more-link">
				 <a href="https://www.friedensblog.net/2026/03/26/die-erschreckende-analyse-einer-globalen-krise/" class="link-btn theme-btn"><span>Weiterlesen </span> <i class="fa fa-caret-right"></i></a>
			</div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige griechische Wirtschaftsminister Yanis Varoufakis erklärt im Gespräch mit dem US-Journalisten und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges&nbsp;die Szenarien einer kaskadenförmigen Aufeinanderfolge von weltweiten Problemkonstellationen infolge der multiplen kriegerischen Konflikte, die eine bisher ungekannte Katastrophe erahnen lassen, welche sich langsam in Gang setzt. Es ist keine Analyse im herkömmlichen Sinne, sondern das Ende der Illusion, dass alles schon wieder gut wird.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt, die Varoufakis beschreibt, gerät ins Rutschen, und die Konturen globaler Verflechtungen und Abhängigkeiten treten hervor: Probleme, die kumulieren und sich gegenseitig verstärken. «Was wirklich zählt, ist der Schneeballeffekt», sagt er. «Es geht nicht so sehr um die primären Auswirkungen, sondern vielmehr um die sekundären und tertiären Auswirkungen.» Die eigentliche Gefahr liege nicht in der ersten Welle der Erschütterung, in steigenden Preisen oder blockierten Routen. Es gehe um das, was danach komme: Lieferketten, die nicht mehr anspringen, Fabriken, die stillstehen, Märkte, die sich nicht beruhigen, Arbeitsmärkte die einbrechen etc. Unvorstellbar, dass es Gewinner in einer solchen Situation gibt. Er benennt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Varoufakis sieht nur einen Weg, um eine sich anbahnende Katastrophe aufzuhalten. Lesen Sie diesen Beitrag, auch wenn er nicht sehr hoffnungsfroh stimmt. <a href="https://www.infosperber.ch/politik/welt/oelkonzerne-haben-bereits-80-milliarden-verdient/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.infosperber.ch/politik/welt/oelkonzerne-haben-bereits-80-milliarden-verdient/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
