Wo beginnt Frieden?

Die Basis für Frieden sind Respekt und ausgleichende Gerechtigkeit: Respekt vor dem Leben und den Bedürfnissen der anderen, und die Möglichkeit, ungleiche Lebenschancen anzugleichen. Frieden ist ein Wert wohl der meisten Menschen, und trotzdem ist die Welt voll von Kriegen, der Alltag ein ständiges Sich-Bekriegen.

Warum schaden wir uns so sehr? Wirken Jahrtausende von Kriegen mit ihren Traumata so irrational nach, ist das Kämpfen ein Überlebenstrieb, der in den Menschen (manche sagen Männern) angelegt ist oder ist es Größenwahn und die Gier nach Macht und materiellen Gütern?

Freude Friede Eierkuchen – eine abschätzige Bezeichnung, die Langeweile suggeriert, wenn keine Spannung, Kritik oder aggressives Verhalten vorhanden oder zugelassen sind. Harmonie, Freude, Zufriedenheit, Genügsamkeit – lauter altmodische Worte und Werte, die zwar in Nischen geübt werden, aber dem Turbokapitalismus völlig zuwider laufen.

Ich finde hier die Wurzel für die Ausbeutung von allem, was sich den Menschen bietet und schmackhaft gemacht wird. Ohne Rücksicht auf Verluste, im Gegenteil: auch die Zerstörung wird als Quelle für persönliche Bereicherung beim Wiederaufbau einkalkuliert. Kurzfristig zwar – denn „nach mir die Sintflut“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Was muss noch geschehen, dass nicht weiterhin die Reichsten, die Influencer und aufwiegelnde falsche Informationen das Weltgeschehen bestimmen? Sind die Menschen noch ausgewogen zu informieren und umzustimmen? Ich wünsche mir viele kleine und große Wunder. Oder sagen wir: Wendungen, die ich mir derzeit nicht realistisch vorstellen kann. So wie die Covid Pandemie unvorhergesehenen Schaden angerichtet hat, könnten unvorhergesehene positive Ereignisse breit Fuß fassen und zur Vernunft bringen. Eine Welt, die Werte wie Respekt und Gerechtigkeit hochhält.

Mehr als Hoffnung ist das nicht.

Nachtrag: Heute habe ich, 10 Minuten vor Schluss, die Sternstunde Philosophie gesehen, die vielleicht ein guter Tipp für den Blog wäre. Es ging ums radikal freundlich sein, um so den Frieden in sich und im eigenen Umfeld zu pflegen. Das würde für mich zwar bedeuten, meinen Hang zu radikaler Offenheit  radikal zu bändigen, aber ich könnte ja schon mal damit beginnen, wo es nicht ganz so schwer fällt, über meinen Schatten zu springen und wieder mehr Geduld und Liebe zur Welt aufkommen zu lassen.

Die Sendung reflektierte mit dem Essayisten Daniel Schreiber, ob und wie Liebe – als philosophisches und gesellschaftliches Thema – die Welt verändern könnte.

Nachzusehen in der srf Mediathek unter Sternstunde Philosophie 4.01.2026. Ich sehe also für meinen Frieden im neuen Jahr ein kleines Licht am Ende des Tunnels!

Gerda Gius

Vorheriger Artikel

Deine Meinung!

Schreibe uns deine Meinung und Gedanken.
Deine Meinung »

Über den Friedensblog

Die Ideengeber hinter dem Friedensblog sind: Sepp Kusstatscher - Arno Teutsch - Susanne Elsen - Erwin Demichiel - Johannes Fragner-Unterpertinger
Über uns »

Kategorien