Der Schutz von Umwelt und Klima braucht Frieden
Unser Schreiben an Südtirols Umweltorganisationen
Liebe Freunde und Freundinnen, die ihr euch unermüdlich, in vielfältigen Formen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten für die Pflege und den Schutz des Lebendigen in all seinen Manifestationen einsetzt – bedenkt: der Schutz von Umwelt und Klima braucht Frieden und keine militärische Hochrüstung.
Wir schreiben euch, weil wir von dieser Aussage zutiefst überzeugt sind. Wir denken, dass sie den meisten Menschen unmittelbar einleuchtet und dass die vielen wissenschaftlichen Studien dazu gar nicht nötig wären. Es gibt diese Studien und wir senden eine Auswahl im Anhang mit.
Der Schutz von Umwelt und Klima braucht bewusste Bürgerinnen und Bürger, mutige und engagierte Menschen, starke Gruppen und Organisationen sowie angemessene Gesetze. Doch was sind diese Bemühungen und Anstrengungen angesichts der Zerstörungskraft des Krieges? Denken wir an den immensen Energieaufwand für die Produktion der Waffen, an die Zerstörung und Vergiftung der Umwelt bei ihrem Einsatz, an die dafür nötigen enormen finanziellen Mittel, die beim Umwelt- und Klimaschutz jetzt schon fehlen und noch viel stärker fehlen werden. Denken wir an die gesellschaftlichen Folgen der maßlosen Verschuldung für Krieg und Hochrüstung, die von den Regierungen der EU-Staaten beschlossen wurde. Sie wird immer mehr Menschen in Situationen bringen, in denen es vor allem um das materielle und soziale Überleben geht. Sie werden für alles, was über die Existenzsicherung hinausgeht, nicht mehr zugänglich sein. Vergessen wir nicht die Angst, die geschürt werden muss, um unsere Zustimmung oder zumindest unser Schweigen zu kaufen. Sie macht Menschen innerlich klein, starr, eng und blind für das Netz des Lebendigen, seine Schönheit und für unser Eingebundensein darin. Die Heroisierung von Gewalt – auch wenn sie in schönen professionell aufbereiteten Bildern und Worten daherkommt und immer unter dem Schlagwort der Verteidigung – fördert die Bereitschaft zum Hass und verschließt unsere Fähigkeit zur Liebe für uns selber, für andere und alles nicht menschliche Leben. Von den Toten, Verstümmelten und über viele Generationen traumatisierten Menschen, von den Geflüchteten und für immer zerstörten sozialen Bindungen und Gemeinschaften wollen wir hier schweigen.
Auch wenn in der Ukraine irgendwann Frieden herrschen wird, so werden die entfesselten Finanzinteressen, die in Gang gesetzte Hochrüstungsmaschinerie mit unterschriebenen Verträgen für viele Jahre und die Kriegsideologie nicht aus der Welt geschafft sein. Sie werden in ihrer eigenen Logik weiterschreiten und die Gefahr eines vollständigen politischen Kontrollverlustes ist immens.
Wir bitten euch deshalb, haltet dies alles bei eurer Arbeit gegenwärtig. Verbreitet diese Gedanken unter euren Mitgliedern. Bringt sie bei allen sich bietenden politischen und öffentlichen Gelegenheit vor.
Fordern wir von unseren Politikern und Politikerinnen sich für ein Ende der Angst- und Kriegsrhetorik und für eine eigenständige, reale, offene, proaktive europäische Politik der Diplomatie und Verhandlungen einzusetzen. Auch der Westen hat seine Mitverantwortung am Entstehen dieses Krieges. Dies anzuerkennen öffnet neue Wege aus einer scheinbaren Ausweglosigkeit.
Über einen Austausch zu diesem Thema würden wir uns freuen. Um einen solchen Austausch geht es ja eigentlich. Er würde auf Wunsch und mit eurem Einverständnis auch auf unserem Blog https://www.friedensblog.net/ Platz finden.
Wir wünschen euch allen ein erfolgreiches neues Jahr.
Für den Friedensblog Südtirol
Erwin Demichiel, Bozen
Sepp Kusstatscher, Villanders
Susanne Elsen, Brixen
Arno Teutsch, Sover
Johannes Fragner Unterpertinger, Mals
Anhang: 5 Dateien
https://www.friedensblog.net/wp-content/uploads/2026/01/4_files.pdf


