Alexander Langer
Er wäre in diesen Tagen 80 Jahre alt geworden. Er ist und bleibt eine Leitfigur grüner Friedenspolitik. Nicht zufällig ist ein Konferenzsaal im Paul-Henri-Spaak-Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel nach dem bedeutenden Südtiroler Politiker, Friedensaktivisten und ehemaligen Europaabgeordneten Alexander Langer (1946–1995) bald nach seinem Tod benannt worden und trägt immer noch diesen Namen. Es ist zu wenig, ihn nur als Vorkämpfer für das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen in Südtirol in Erinnerung zu halten.
Die Grünen, vor allem in Deutschland, haben vergessen, dass sie damals, als in Zeiten des Kalten Krieges das Wettrüsten in Ost und West in den großen Volksparteien als alternativlos galt, als oppositionelle Friedenspartei gegründet worden sind. Um 1980 schlossen sich verschiedene ökologische und soziale Bewegungen als Reaktion auf Umweltzerstörung, Kernenergie und atomare Aufrüstung zusammen. Schnell haben sich die Friedensbewegungen von Deutschland aus in ganz Europa ausgebreitet. Auch die Südtiroler Grünen haben mit der weißen Friedenstaube auf grünem Feld ein klares Symbol.
Es ist daher ein Verrat an der grünen Idee, wenn die Grünen, federführend jene in Deutschland, sich für Aufrüstung (und indirekt für Krieg) stark machen und z.B. auch der Militärdienstpflicht zustimmen.
Was dabei immer verdrängt wird, ist die Tatsache, dass Aufrüsten und Kriege alle Bekenntnisse zu Umwelt – und Klimaschutz Lügen strafen. Ich teile die Meinung von ATTAC in Deutschland, die schreiben: „Werden die angekündigten Rüstungsprogramme umgesetzt, rücken selbst minimale Klimaziele in unerreichbare Ferne.“
Sepp Kusstatscher


