Ohne Demokratie keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit kein Frieden
Demokratie für Südtirol
Anfang Juni dieses Jahres wurden im Südtiroler Landtag zwei Gesetzentwürfe zur Direkten Demokratie abgelehnt – mit einer einzigen Stimme Unterschied. Mit der Annahme dieser beiden Gesetzentwürfen wären für die Bürger und Bürgerinnen die verfassungsrechtlich garantierten demokratischen Mitbestimmungsrechte endlich anwendbar geworden. Unsere Eliten der Macht haben sich wieder einmal vor den Bürgerinnen und Bürgern in Sicherheit gebracht.
Die Menschen nehmen wahr, dass die ausgehöhlte parlamentarische Demokratie schon lange nicht mehr genügt und ihre Stimme kaum mehr zählt. Europaweit wünschen sich 70-80 % der Menschen gut anwendbare Mitbestimmungsrechte. In Südtirol liegt die Zahl laut einer ASTAT Umfrage 2022 im gleichen Bereich.
Demokratie für den Planeten
Von diesem demokratiepolitischen Ereignis in unserer kleinen Provinz, schlagen wir eine weite Brücke zur „planetaren Demokratie“, wie sie Gerald Koller beschreibt in seinem neuen Buch „Die planetare Revolution. Eine Reise vom Ende der Welt in die Weite der Demokratie“, über das wir bereits vor einem Monat berichtet haben, und das im Herbst erscheinen wird.
Der Autor nimmt uns mit in die Vision einer Welt, in der Demokratie nicht nur auf das Zusammenleben der Spezies Mensch bezogen ist, sondern radikal auf das Zusammenleben aller Lebewesen angewandt wird. „Mit der Erde demokratisch leben“ steht als Gegenentwurf zum herrschenden Krieg gegen alles Lebendige und zu seiner gnadenlosen Ausbeutung im Interesse Weniger. Ein solche Denken demokratischer Bedingungen im planetaren Lebensraum erfordern auch den Schritt hinaus über den Begriff Umwelt zum Begriff Mitwelt. Dort stehen allen Mitbewohnern stehen die gleichen Lebensrechte zu.
Solches bereits gelebte Bewusstsein drückt sich zum Beispiel aus in der erfolgten Anerkennung als Rechtspersönlichkeit des Mar Menor im Süden Spaniens und der Region Te Urewera und des Whanangui River in Neuseeland. Ab 2027 kann die vorgesehene eine Million Unterschriften gesammelt werden im Rahmen einer EU-Petition für die Rechte der Natur, für planetare Gerechtigkeit. Eine Gelegenheit zur Bewusstseinsbildung zum Frieden mit der Natur, zum Frieden mit und in uns selber und mit den anderen. Und wie der im Buch zitierte verstorbene italienische Bischof Don Tonino Bello sagt: „Friede ist eine Reise, die stets bergauf führt. Sie wird Segen finden, wenn wir ihre Mühen auf uns nehmen – nicht wie jene, die schon angekommen sein wollen, ohne überhaupt aufgebrochen zu sein.“



