Töten? Eine Frage an Soldaten

Irgendwann brichst du, und dann gehorchst du. Nur ein Soldat, der das Denken anderen überlässt, ist ein guter Soldat. So wie eine Drohne. Die diskutiert auch nicht. Sie tötet einfach. Dafür wurde sie geschaffen.

Und genau dafür wirst auch du gedrillt werden: Menschen zu jagen und töten. Unbekannte, die auch nicht wissen, was sie hier tun. Oder Unschuldige, die nicht rechtzeitig fliehen konnten. Einfach töten. Alle. Ohne zu fragen. Denn das ist deine Aufgabe, Soldat: Töte Menschen!

Egal, was du vorher warst, Heizungsmonteur, KFZ-Mechaniker, Veganer, Marketing-Manager, Friseur, Verkäufer, Kindergärtner: Es ist egal. Jetzt musst du töten. Denn du hast mitgemacht. Entweder, weil du es nicht ernst genommen hast, weil du dich nie für Politik interessiert hast. Oder weil du gedacht hast, das alles betrifft dich nicht. Weil du gedacht hast, Wahlen könnten etwas verändern. Oder weil du immer das Maul gehalten hast, damit dich keiner als «Rechter» bezeichnet. Egal. Jetzt musst du töten. Das ist das Spiel.

Ja, es ist ein Spiel. Grausam, abartig, menschenverachtend. Dennoch hat es Regeln: Diejenigen, die das Spiel beginnen, müssen niemals selbst auf das Schlachtfeld. Das ist die erste Regel. Ihre Söhne auch nicht, nicht die Söhne der anderen Politiker, nicht die der EU-Abgeordneten, nicht die der Parteibonzen. Auch nicht die der Banker, der Vorstandsvorsitzenden, der Chefredakteure. Denn alle wissen, wie man das Spiel spielt. Nur du nicht.

Du bist einfach eine Figur auf dem Spielfeld, die es verpasst hat, NEIN zu sagen, als noch Gelegenheit war. Jetzt bist du verwandelt worden in eine menschliche Drohne. Wenn sie sagen: töte!, dann tötest du. Denken kannst du, wenn alles vorbei ist. Falls du je wieder nach Hause kommst. Vielleicht sogar mit beiden Beinen und beiden Armen. Vielleicht auch nicht. Egal. Wer hätte Mitleid mit einer Spielfigur?

Nein, du musst töten. Das ist deine Aufgabe. Sie sagen es nun schon seit Monaten, warum glaubst du es nicht? Sie meinen es ernst. Wenn du den Brief in Händen hältst, ist es zu spät. Es gilt dann das Notstandsrecht und keiner kann mehr verweigern. Da hättest du dich vorher drum kümmern müssen. Oder auf eine Demo gehen. Oder laut und mit klarer Stimme in jedem Gespräch den Wahnsinn anprangern. Hast du aber nicht.

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