„Warum ich Pazifistin bleibe….
….und selbst, wenn es naiv erscheint – für mich gibt es keine Alternative zum Pazifismus und zur Gewaltlosigkeit.«
Ein mutiges Buch von Margot Käßmann, evangelische Theologin und ehemalige Landesbischöfin.
Wir haben bereits über das aus unserer Sicht deprimierende „Ökumenische Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“ der evangelischen und katholischen Kirchen Deutschlands berichtet. Darin wird unkritisch die europäische und auch die deutsche Hochrüstungs- und Kriegspropaganda gegenüber Russland im Wesentlichen übernommen und Kirche auf ein caritatives Unternehmen reduziert, das hinter den Tätern herläuft und sich um Tote, Verletzte, Verstümmelte, Vertriebene und traumatisierte Menschen kümmert. Frieden bzw. Verhinderung des Krieges ist kein Thema. So verbündet sich die Kirche insgeheim mit den Tätern im bekannten Dramadreieck von Tätern, Opfern und Rettern.
Da hebt sich das jüngst erschienenes Buch von Margot Käßmann wohltuend ab: „Warum ich Pazifistin bleibe“. Die Autorin ist evangelische Theologin, ehemalige Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Buchautorin, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Ehrensenatorin der Universität Tübingen. Sie argumentiert zum Krieg in der Ukraine aus christlicher Perspektive. Sie kritisiert den Umgang des Westens mit Russland nach dem Ende der Sowjetunion, lehnt alle Legitimierungen von Krieg mit Hilfe des Evangeliums ab und fordert vor allem diplomatische Anstrengungen zur Beendigung des Krieges: „Mir fehlt bei allen Diskussionen um Aufrüstung, Kriegsbeteiligung und Sanktionen die Vision, wie wir in Zukunft miteinander auskommen wollen.“

