Friedensarbeit – Schauen wir zurück….

Friedensarbeit war genauso in früheren Zeiten wie gegenwärtig eine besondere Herausforderung für zivilgesellschaftliche AkteurInnen.

Nicht nur Kriege, auch Hunger-. Klima-, Pflege-, Wirtschafts- und Finanzkrise in Verschränkung mir der Internationalisierung von Konflikten erfordern besonderes Wissen und Kompetenzen.

Gerade Frauen und Frauenorganisationen haben sich in diesem Feld verdient gemacht und sind eine treibende Kraft hinter vielen Friedensprozessen- leider viel zu wenig beachtet.

Sie sind unverzichtbar für eine gendergerechte und nachhaltige Friedenspolitik.

Es gibt natürlich jede Menge männliche Friedensaktivisten, aber diese können sich der öffentlichen Aufmerksamkeit doch ein wenig sicherer sein, während die “Friedensfrauen“ hauptsächlich nur marginalisierte Streiterinnen für den Frieden waren.

vergessen wir nicht das Engagement von Friedensfrauen und tragen es weiter…

Bereits 1899 hatten in vielen Ländern insgesamt 565 öffentliche Frauenversammlungen gegen den allgemeinen Rüstungswahn stattgefunden. Nach Ausbruch des Krieges 1914 standen diese Pazifistinnen allerdings vollends isoliert da, während Deutschland und Österreich-Ungarn in eine regelrechte Kriegseuphorie verfielen. Wirklich abrüsten wollte nun niemand mehr, außer den Pazifistinnen, allen voran zwei Frauen aus München, welche eine weltweite Friedensaktion initiierten: Margarete Selenka, Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft und Anita Augspurg, Juristin und Feministin. Diese stellten schon bald eine weltweite Anti-Kriegs-Aktion auf die Beine und starteten einen Aufruf in internationalen Frauenzeitschriften, welche prompt zahlreiche Gruppen in Europa, Amerika und Asien erreichten.

Ursprünglich stand Margarete Selenka ihrem Mann, einem Zoologie-Hochschullehrer, als wissenschaftliche Assistentin zur Seite, da sie bereits vor Ende des 19. Jahrhunderts Paläontologie, Anthropologie und Zoologie studierte. Ihr Engagement verlagerte sich in die deutsche Frauen- und Friedensbewegung, nachdem sie 1895 in München Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann begegnete.

Auch Bertha von Suttner (1843–1914), Autorin des 1904 veröffentlichten pazifistischen Roman „Die Waffen nieder“, war selbstverständlich dabei und mit ihrer pazifistischen Zeitschrift, die denselben Titel trug, ein mächtiger Anstoß für die Friedensbewegung.

Eine der ersten, die gegen den Krieg mobil machte, war aber Lida G. Heymann. Die Hamburger Patriziertochter Lida Gustava Heymann gehörte zu den führenden Aktivistinnen, Pazifistinnen und Stimmrechtlerinnen der Ersten Frauenbewegung.

Klar und deutlich waren ihre Worte angesichts der allumfassenden Kriegseuphorie im Jahre 1914: „Wir würden keine Arbeit für direkte Kriegszwecke leisten, wie Hospitaldienst, Verwundungspflege. Halbtot geschundene Menschen wieder lebendig und gesund machen, um sie abermals den gleichen und noch schlimmeren Qualen auszusetzen? Nein, für solchen Wahnsinn würden wir uns nicht hergeben.“

Zusammen mit ihrer Lebens- und Kampfgefährtin Anita Augspurg sind sie Mitbegründerinnen des auf dem internationalen Friedenskongress im Mai 1915 in Den Haag gegründeten „Internationalen Komitees für dauernden Frieden“, an dem weit über 1.000 Frauen aus 15 Ländern, von Norwegen bis Italien, von Kanada bis Ägypten, teilnahmen.

.und im Heute

Inzwischen wird allerdings die Rolle der Frauen für Frieden und Entwicklung anerkannt, was insbesondere in der UN-Sicherheitsrats-Resolution 1325 zum Ausdruck kommt. So können Konflikte nur vermieden und überwunden werden, wenn dies in fairer und gleichberechtigter Zusammenarbeit aller Beteiligten – Männer und Frauen gleichermaßen – geschieht. Frauen sollen demnach an Friedensprozessen und Entscheidungen gleichberechtigt teilnehmen. Dennoch ist es noch immer so, dass in offiziellen Friedensmissionen, bspw. der UNO, die Beteiligung von Frauen gering ist, handelt es sich aber um zivile humanitäre Tätigkeiten, dann ist der Frauenanteil höher.

Es gäbe noch viele Beispiele anzubringen, lokal wie international, deshalb macht euch selber kundig.

Zusammenfassend gilt, diese Geschichten von Frauen und Friedensarbeit sichtbar zu machen und Mitspracherecht auf allen Ebenen zu geben.

Außerdem fangen wir bei uns an: Der Friede im Inneren des einzelnen Menschen ist der Friede im Inneren der Gesellschaft!


Sissi(Sigrid) Prader

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