„Den Rest macht die LIEBE!“
Als ich von euch gefragt wurde, ob ich anlässlich des Tages der Frau etwas zum Thema „Frau(en) und Frieden“ schreiben möchte, musste ich zuerst einmal ein wenig in mich gehen. Die Astrid von früher – heißen wir sie die Frauenmuseums-Astrid – hätte ohne zu zögern zugestimmt. Es war einer der wichtigsten Tage in ihrem Jahreskalender, an dem sie immer besonders viel zu tun hatte. Veranstaltungen aller Art waren am 8. März an der Tagesordnung.
Seit 2021 gibt es die WIR-NOI-Astrid. Die ist zwar nach wie vor dafür, dass Frauen gesehen, respektiert, geschätzt und unterstützt werden. Sie hält sehr viel davon, mündliche Überlieferung und damit oft weibliche Traditionen aufrechtzuerhalten. Sie findet jedoch, dass nicht alles nur Kultur, sondern nach wie vor auch Natur ist. Sie findet auch, dass der Tag der Frau zum einen überlagert ist von einseitig politischem, in erster Linie links-kommunistisch-sozialistischem Denken, zum anderen zu einem kommerziell ausgeschlachteten Tag verkommen ist.
Kurzum: Der Tag der Frau hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung für mich eingebüßt. Zu viele Dinge sehe ich heute komplett anders, was hier den Rahmen sprengen und auch am Thema vorbei gehen würde. Nun galt es also, erst einmal einen Frieden in mir zu finden zwischen der vergangenen und der jetzigen Astrid. Und obwohl ich spätestens seit 2020 keine Freundin der UN mehr bin, hat sich die Frauenmuseums- und die WIR-NOI-Astrid mit diesem Tag versöhnt, weil sie sich erinnert hat, dass er seit 1975 zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ gekürt worden ist. Ja, damit kann ich mit diesem Tag wieder sehr viel anfangen!
Nun, der „Weltfrieden“ ist ein großes Wort. Ich hätte ihn gerne und gleichzeitig hängt er ja nicht nur von mir ab, nicht wahr? Zum Glück hat mich meine Oma mit dem Wissen und der Weisheit unserer Ahninnen mit einfachen Weisheiten erzogen und einer ihrer Lieblingssprüche war: „Du kannst nicht die Welt verändern, du kannst nur dich verändern. Aber du bist ein Teil der Welt – und damit veränderst du die Welt.“ Erst viel später wurde mir klar, was meine Großmutter mir für eine Eigenmacht und damit das beste Mittel gegen Ohnmacht mitgegeben hat. Das kann ich stemmen: mich verändern, immer mehr hin zu einem Frieden in mir und dann mit dem Umfeld um mich herum. Doch der Spruch geht noch weiter: „Den Rest macht die LIEBE.“ Da gehört sehr viel Vertrauen ins Leben, zum LosLassen, zum SeinLassen, zum Annehmen, zum Weiterziehen dazu, um davon überzeugt zu sein. Und gerade da fängt für mich Frieden im Außen an… Ich konzentriere mich auf mich und meine Veränderung, vertraue darauf, dass den Rest die LIEBE macht. Für mich ist sie mehr als ein Gefühl, sie ist Ausdruck der göttlichen Quelle.
Als Enkelin, als Tochter, als Mutter und als Großmutter empfinde ich, dass gerade Frauen sehr stark am Frieden in der Gesellschaft/Gemeinschaft interessiert sind. Wir sind im Zyklus vom Geboren werden und Gebären eingebunden und eigentlich ist die Wertschätzung des Lebens, des friedvollen Aufwachsens, gesellschaftlichen Lebens und Alterns in uns angelegt – wenn auch so manchmal genauso verschüttet in unserer gewaltreichen und jetzt offen kriegstreiberischen Gesellschaft wie bei den Männern.
Ich schätze den Friedensblog Südtirol sehr und ich danke allen Betreibern, dass sie ihn führen und mit vielen Beiträgen füllen, sodass wir uns mit dem Frieden in Tiefe immer wieder neu beschäftigen dürfen. Warum ich auch letztendlich zugesagt habe, ist, dass wir uns hier auf diesem Blog von verschiedensten Weltanschauungen zusammenfinden und nebeneinander für den Frieden einstehen!
Und die WIR-NOI Astrid endet mit den Worten: Zeigt, dass ihr euch auf die Seite des Friedens stellt, und unterschreibt das Friedensmanifest https://www.wir-noi.com/frieden/!
Friedvolle Grüße,
Astrid Schönweger


