Ein kleines bisschen Hoffnung….
Right Livelihood Award
– ein alternativer Nobelpreis für aktives Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit
Der deutsch-schwedische Publizist, Philanthrop und Umweltaktivist Jakob von Uexküll schlug der schwedischen Nobel-Stiftung 1980 vor, jährlich zwei Preise für das Engagement in den Bereichen Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einzuführen, was von der Stiftung abgelehnt wurde.
Daraufhin gründete von Uexküll seine Stiftung, welche seit 1980 Menschen und Organisationen aus der ganzen Welt auszeichnet, die sich für “notwendige und langfristige Veränderungen” in der Gesellschaft einsetzen. Der jährlich verliehene „Right Livelihood Award“ wird in Deutschland als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet.
Für diesen Preis kann jede Person weltweit, mit Ausnahme der Mitwirkenden der Jury und der Stiftung, Vorschläge für potentielle Preisträger:innen unterbreiten. Seit 1980 wurden zahlreiche namhafte Vordenker:innen, Visionär:innen und Innovator:innen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik weltweit ausgezeichnet und damit ihrem Wirken Sichtbarkeit und Anerkennung verliehen. Zu den Preisträger:innen gehören z.B. die Politikerin Petra Kelly, der Quantenphysiker und Philosoph Hans Peter Dürr, die indische Pharmakologin und Umweltaktivistin Vandana Shiva oder der Friedensforscher Johan Galtung.
Heute, am 30.9. 2026 wurde bekannt, wer in diesem Jahr mit dem Preis geehrt wird. Die diesjährigen Alternativen Nobelpreisträger – zwei Frauen und zwei von Frauen geführte Organisationen – wollen Machtstrukturen aufbrechen und gemeinsam Menschenrechte stärken. Die Preise gehen nach Georgien, Pakistan, USA und Afrika:
- Die 1984 geborene Jalila Haider ist die erste Frau im Anwaltsberuf aus ihrer Hazara-Gemeinschaft, einer schiitisch-muslimischen Minderheit in Pakistan. Sie setzt sich für den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen in ihrer Heimat „1gegen staatliche Unterdrückung, patriarchalische Normen und ethnische Gewalt“ ein.
- Mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen gehören dem Rural Women’s Assembly in elf Ländern des südlichen Afrikas an – einer selbstorganisierten Bewegung, die sich gegründet hat, „um Land, Saatgut und körperliche Selbstbestimmung gegen die Interessen der Agrarkonzerne und patriarchalische Enteignung zu verteidigen“. Die Frauen unterstützen sich über Ländergrenzen hinweg gegenseitig und setzen sich mit einer Stimme gegen häusliche Gewalt und für eine gleichberechtigte Vergabe von Land an Frauen ein.
- Die Georgian Young Lawyers‘ Association (GYLA) ist nach Angaben der Right-Livelihood-Stiftung eine der wichtigsten Stimmen für Demokratie und Menschenrechte in Georgien. Ehrenamtliche Juristinnen und Juristen, die an der Ausarbeitung der ersten Verfassung des Landes nach der Unabhängigkeit mitwirkten, gründeten die Organisation 1994. Seitdem haben die Mitglieder den Angaben zufolge 1,5 Millionen kostenlose Rechtsberatungen geleistet und sich erfolgreich für die Durchsetzung von Menschenrechten eingesetzt
- Timnit Gebru, 1983 in Äthiopien geboren und eritreischer Herkunft, forscht in den USA zu den Risiken der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. „Ihre Arbeit stellt die Machtkonzentration im Technologiesektor infrage und macht auf die Schäden aufmerksam, die KI-Systeme bereits im Alltag von Menschen verursachen“, so die Right-Livelihood-Stiftung. Gebru ist Mitbegründerin von „Black in AI“, einer Gemeinschaft, die sich seit 2017 dafür einsetzt, die Teilhabe von schwarzen Menschen in der KI-Forschung und -Entwicklung zu stärken.
Ich verfolge seit mehreren Jahrzehnten die Verleihung des Alternativen Nobelpreises und schöpfe aus dem Wirken all dieser Menschen weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit Hoffnung in einer wenig hoffnungsfrohen Zeit.
1 Textstellen in Anführungszeichen stammen aus der Begründung der Jury


