Die Verleihung des alternativen Westfälischen Friedenspreises

Am 24. Oktober 1648 wurde der Vertrag des Westfälischen Friedens in Münster unterzeichnet. Der Westfälische Friede beendete verheerende Kriege zwischen Staaten und gilt als Meilenstein der Diplomatie. Er steht für die Idee, Konflikte durch Verhandlungen und Kompromisse zu lösen und gilt als Grundlage des Völkerrechts.

Seit 1998, dem 350-jährigen Jahrestag, wird alle zwei Jahre der mit 100.000 € dotierte internationale Preis des Westfälischen Friedens von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe an Personen und Organisationen verliehen, die sich für die Lösung von gesellschaftlichen Konflikten verdient gemacht haben.

Die diesjährige Entscheidung der Wirtschaftlichen Gesellschaft Westfalen-Lippe, den Preis an die Nato zu vergeben, widerspricht dem Geist und der Tradition des Westfälischen Friedens. Als Antwort darauf, hat eine Gruppe namhafter Persönlichkeiten, darunter Margot Käßmann und Heribert Prantl, einen alternativen westfälischen Friedenspreis aufgelegt, der alle zwei Jahre Friedensarbeit und Friedenspolitik würdigt, und fördert.

Mit dem Preis sollen Menschen, Institutionen oder Gruppen geehrt werden, die dazu beitragen, die Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu fördern, eine Konfliktlösung durch Dialog und Diplomatie zu suchen und Feindbilder abzubauen. Es werden Menschen geehrt, unabhängig von ideologischen, religiösen oder parteipolitischen Kriterien und unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Zugehörigkeit. Preistragende können Menschen oder Initiativen werden, die durch ihren Einsatz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit Frieden – auch zwischen Feinden stiften. So können mutige Projekte und Ideen, die Brücken bauen und eine friedliche und kooperative Welt anstreben, einen Preis von 10.000 Euro erhalten.

In diesem Jahr erhielt das Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection aus Offenbach den Preis. Connection kenne keine gerechten oder ungerechten Kriege. Das Netzwerk helfe Deserteuren und Verweigerern aus der Ukraine genauso wie aus Russland. Die evangelische Theologin Margot Käßmann betonte, Kreisdienstverweigerung sei Menschenrecht.

Der Friedensblog Südtirol gratuliert den Preisträgern

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