Im Dialog mit der Welt:
Die Friedensgärten
Was können wir Menschen im aufgeschreckten Europa in diesen kriegerischen Zeiten tun? Natürlich: helfen – und das wohl lange Zeit. Unseren Beitrag für die klimatische Zukunft unserer Kinder und Enkel erhöhen. Und darüber hinaus: immer wieder an den Frieden erinnern, der mehr ist als das Ende des Krieges. Indem wir ihn in uns selbst und unseren Nachbarschaften schaffen.
Hier wurzelt die Initiative der Friedensgärten:
Gärten von Privaten, Vereinen und Organisationen, Gasträume (siehe Foto), Obst- und Weingärten, aber auch grünende Terrassen, Balkone und Fenster, ebenso wie Kindergärten, Schulen, öffentliche Begegnungsorte, Spiel- und Sportplätze in der Natur und ökologische Schutzgebiete als Friedensgärten zu verstehen: das ist das Anliegen dieser Initiative.
Mit ihrer Botschaft WIR GEBEN FRIEDEN fügen sich Naturräume jeder Größe als deklarierte Friedensgärten zu einer stillen Allianz. Jeder Ort bildet in sich eine respektvolle Alternative zum Raubbau von Krieg und Gewalt, Spaltung und Wachstumsgier. Denn er hat eine Geschichte zu erzählen: vom Frieden, der viel mehr ist als Waffenstillstand: eine Kultur des Wohlwollens und gemeinsamen Wachsens.
Wozu Friedensgärten?
+ weil wir uns in einer Epoche des Kriegs befinden – wir alle: in einem Wirtschaftskrieg, einem Sturmlauf an Manipulationen, inmitten sozialer Kämpfe im Netz und ökologischer Kampferklärungen an die MItwelt
+ weil wie der Krieg auch der Frieden mehrere Facetten und Gestalten hat: neben dem politischen Frieden den ökonomischen, ökologischen, sozialen – und nicht zuletzt den Seelenfrieden
+ weil es für Frieden mehr braucht als Sanktionen gegenüber Kriegstreibern und Verhandlungen zwischen Kriegsparteien: eine Kultur von Gewaltverzicht und Wohlwollen – und den Willen zur Behebung bisheriger Missstände
+ weil naturnah gepflegte Gärten und Begegnungsräume solche Friedlichkeit und Veränderungsfähigkeit vermitteln, in Konflikten immerwährend neutral sind und natürliche Wachstumsgrenzen achten
+ weil wir Menschen – je jünger umso mehr – in einer Zeit innerer Leere und äußerer Unruhen weites Land für Körper und Seele brauchen: einen Ruheraum für Reflexion und Orientierung an natürlichem Wachstum
+ weil Gärten begreifbare Symbole sind: für die Reduktion auf das Wesentliche – gerade in Zeiten von durch Krieg erzwungenem und aus Klimagründen angebrachtem Verzicht
+ weil sie Boten einer Natur sind, die letztlich nie gezähmt oder unterworfen werden kann. Gärten sprechen eine unaufdringliche Einladung zum Staunen aus, zum Erfahren von Verbundenheit und Heilung: sie vermitteln das lebendige Ganze. Auch wir erfahren dies, wenn wir im rauen Wind der Gegenwart ihr Gedeihen begleiten: mit Liebe, Sorgfalt und Behutsamkeit.
Friede meint dabei nicht glückselige Harmonie oder Blindheit für bestehende Spannungen, denn: „Friede ist Konflikt, der mit besseren Mitteln ausgetragen wird“ (Gudrun Kramer).
Solche besseren Mittel sind Respekt und der offene Dialog. Für sie blühen in Österreich und Südtirol Friedensgärten auf.
Das Netzwerk der FRIEDENSGÄRTEN
führt mit 250 Friedensgärten vielfältiges lokales Engagement in Österreich und Südtirol zu einer offenen Initiative zusammen. In Südtirol haben insbesondere Kindergärten die Chance ergriffen, sich als Friedensgärten zu verstehen.
Die Initiative mündet im Oktober 2026 im ersten Mitwelt-Monat.
Neben Veranstaltungen und Begegnungen wird dazu auch das Buch DEN ANFANG FINDEN. Vom Ende der Welt zur planetaren Demokratie von Friedensgarten-Kurator Gerald Wohlgang Koller vorgestellt.
Informationen und Anmeldung: www.friedensgaerten.net



